Polnischen Katholischen Mission in Aachen - Kurze Geschichte

Mit dem Beschluss vom 02. Juli 1987 des damaligen Bischofs Klaus Hemmerle wurde der erste polnische Seelsorger ernannt und so die Polnische Katholische Mission in Aachen ins Leben gerufen. Es sollte aber noch erwähnt werden, dass die polnische Seelsorge in Aachen gleich nach dem Ende des II. Weltkriegs existiert hatte. Das war damals keine offizielle, durchorganisierte Seelsorgetätigkeit, die sich nur auf unregelmäßige hl. Messen und Beichten beschränkt hatte. Der erste polnische Seelsorger in Aachen war P. Czeslaw Kiek SChr.

Er lebte  damals in Duisburg-Rheinhausen und betreute  innerhalb der Diözese Münster die polnischsprachigen Mitbürger. Obwohl P. C. Kiek SC  im fortgeschritten Alter war, scheute er weder Mühe noch Zeit, um auch die  in Aachen lebenden Polen seelsorgerisch zu betreuen. Hl. Messen wurden zu diesem Zeitpunkt in einem heute nicht mehr existierenden Kloster an der Süsterfeldstr. abgehalten. Gegenüber diesem Kloster befand sich eine Siedlung namens "Europadorf", wo hauptsächlich Ausländer und die ersten polnischen Nachkriegsemigranten lebten. Der Nachfolger von P. C. Kiek war P. Wies³aw Zglinnicki SChr., der weiterhin in Duisburg-Rheinhausen lebte  aber immer noch regelmäßig nach Aachen kam und hl. Messen in der Kapelle an der Heilig Kreuz Kirche  gelesen hatte.

Seit 1980 "strömten" wörtlich die polnischen Bürger nach Deutschland, weil sie nicht mehr unter kommunistischer Herrschaft leben konnten oder wollten. Wegen der immer größerer Menge polnischer Gläubiger kam die Societas Christi in Posen auf die hiesigen Kirchenbehörde mit einem Vorschlag zu, einen polnischen Seelsorger zur Verfügung zu stellen, um vor Ort die polnisch-sprechenden Christen priesteramtlich zu betreuen. Das Bistum Aachen ernennt den ersten Leiter der Polnischen Katholischen Mission -P. Romuald Greh SChr. Seit Dezember 1987 werden dann regelmäßig  hl.Messen in polnischer Sprache in der St. Nikolaus Kirche (Minoritenstraße) gelesen und heilige Sakramente gespendet. Der Seelsorger arbeitete damals auf dem Gebiet des gesamten Bistums d.h. er zelebrierte die Sonntagsmessen auch in Mönchengladbach und Krefeld. Im Oktober 1990 bekam die P.K.M. eigene Büroräume in der Hubertusstraße und es wurde zusätzlich eine Pfarramtssekretärin (Frau E. Eßer) eingestellt.

In dieser Zeit begann auch Religionsunterricht zur Vorbereitung auf die I. Kommunion, Firmung und auch Polnischunterricht. Es wurde Pfarrgemeinderat ins Leben gerufen und durch die  spontanen Spenden der polnischen Katholiken entstand auch eine kleine zweisprachige Bibliothek, die bis heute existiert.
Die rasche Entwicklung der polnischen Seelsorge in Aachen benötigte dringend einen zweiten Seelsorger, was durch die Zustimmung des Bistums Aachen genehmigt wurde  und die P.K.M. in Mönchengladbach entstand. Zur Polnischen Mission Aachen gehören Aachen-Stadt, Aachen-Land, Eifel, Düren und Heinsberg. Im September 1993 hat die P.K.M. neue Büroräume in der Vaalser Str. 3 bekommen und im November kam auch der neue Seelsorger P. Edmund Druz SChr. in die Kaiserstadt.  Jetzt beginnt eine sehr dynamische Entwicklung in der Polen-Seelsorge. Es werden hl. Messen in Aachen nicht nur sonntags sondern  auch freitags und neu in Düren sonntags und mittwochs gelesen. In diesem Zeitraum entstehen Chor "Kantylena",  Quartalsblatt "Przekazy" , Gruppe des Lebendigen Rosenkranzes und andere  Gebetsgruppen.

Es bilden sich neue katechese-orientierte Gruppen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Pigerfahrten innerhalb Europas und ins Heilige Land finden regelmäßig statt. Die P.K.M.in Aachen  hat das Patronat für die Pilgerfahrt der polnischen Missionen nach Banneux (B) zur Jungfrau der Armen übernommen, die zweimal im Jahr (letzter Samstag im Mai mit den Kommunionkindern und erster Samstag im Oktober) sattfinden. Die Polnische Mission hat eine Fahne mit der Abbildung ihres Patrons St. Adalbert und der Mutter Gottes von Tschenstochau gestiftet. Aus Tschenstochau kommt auch das Bild der Mutter Gottes, die in der Kirche in Aachen aufgestellt wurde. Am 3. Mai pilgert man jedes Jahr nach Moresnet zur Mutter Gottes. Der Seelsorger bekam eine neue Wohnung im Zentrum von Aachen, damit die Gläubigen ihn besser erreichen können (vorher bewohnten die Seelsorger ein Zimmer im Kloster in Aachen-Walheim bei den Augustinerinnen). Die polnische Mission bekam am 7. Juni 2002  eine neue Gastkirche (St. Marien) in Aachen, wo die hl. Messen in polnischer Sprache gelesen werden.